|
Es war ein außergewöhnlicher Tag, dieser 1. März 2009,
heiter, sonnig und schon ziemlich warm. Bis 14 Uhr lag
friedliche Wochenendstille über dem Gendarmenmarkt. Doch dann
–erst kaum wahrnehmbar, dann immer lauter – hörte man wildes,
fröhliches Durcheinandergerede, Juchzer und Ausrufe: „Bist Du es
wirklich?“ oder „Wie siehst Du denn aus“ und viele andere dieser
teils belustigten, teils erschreckten Ausrufe. Die ehemaligen
Schüler des Musikgymnasiums, nunmehr Damen und Herren in den
besten Jahren, hatten sich zum ersten Male in Berlin getroffen,
um ein Konzert der jetzigen Schüler zu besuchen. Vorher gab es
einen Empfang des Freundeskreises in den ehemaligen
Französischen Höfen, Kaffee und Kuchen satt und jede Menge
Erinnerungen an den Platz („wie das hier aussah...“), an die
Schule („aber abends um 10 musste das Licht im Internat aus
sein!“), an die Lehrer (das übergehen wir hier) und an die
Irrungen und Wirrungen langer Berufsjahre in allen möglichen
Städten und Ländern.
_small.jpg)
Die
jetzigen Schüler des Musikgymnasiums ließen sich von dem
sonnigen Tag und der heiteren Atmosphäre anstecken; sie spielten
ein Konzert von seltener Intensität und leidenschaftlicher
Anteilnahme. Ihnen gelang unter ihrem Dirigenten Tilo
Schmalenberg eine so fesselnde Darbietung, dass die Zuhörer
unwillkürlich von einer Sternstunde der Orchesterkonzerte des
Musikgymnasiums sprachen. Dazu kam das außergewöhnliche
Programm; neben einer Ouvertüre von Bizet und einer Sinfonie von
Beethoven (die letztere wird im Sommer im Max-Taut-Saal Berlin
wiederholt) gab es 2 selten zu hörende Werke von Heitor
Villa-Lobos, an die sich selbst Berufsorchester nur selten
herantrauen. Starker Applaus war der Lohn für diese sehr
gelungene Veranstaltung.. .
|